Sonntag, 29. September 2013

Las Playas de Jacó

Gestern Morgen klingelte mein Wecker um 4:15h, denn wir (meine zwei Mitfreiwilligen und Ruth, eine ehemalige Freiwillige, die gerade zu Besuch hier ist) hatten uns vorgenommen, die Strände von Jacó zu erkunden. Der Bus nach Jacó fuhr um 6:00h vom Terminal Coca Cola in San José ab, die Tickets hatte unser Chef uns netterweise schon vorher gekauft. Um 4:45h trafen wir uns an der Bushaltestelle, um einen der ersten Busse nach San José Zentrum zu bekommen. Wir hatten Glück und der Bus kam schnell und sogar relativ leer. In San José mussten wir dann noch ein Taxi zum Terminal Coca Cola nehmen. Den Weg kann man eigentlich auch zu Fuß gehen, aber da die Gegend rund um "die Coca Cola" nicht ganz ungefährlich ist, wurde uns zu einem Taxi geraten. Wir kamen dann etwas überpünktlich am Busterminal an, der Bus fuhr dann aber zum Glück auch püntklich um 6 Uhr ab. 

Auf dem Weg an die Pazifikküste wurde es immer grüner, aber leider auch immer bewölkter. Als wir nach knapp zwei Stunden Busfahrt ausstiegen, schlug uns eine feuchte Hitze entgegen. Wir liefen erstmal ein bisschen herum und schauten uns um, dann stellten wir fest, dass der Bus uns etwas außerhalb abgesetzt hatte und so liefen wir am Strand entlang Richtung Zentrum. Durch die Straßen liefen trotz der frühen Stunde schon viele Surfer mit ihren Surfbrettern, denn Jacó ist einer der beliebtesten Orte Costa Ricas zum Surfen. Im Zentrum angekommen gingen wir dann auf den Tipp einer Einheimischen hin im "Soda Rustico" essen. Dort konnte man sich für 2000 colones (ungefähr drei Euro) ein Frühstück zusammenstellen, einen Kaffee oder einen Fresco (Saft) gab es auch noch dazu. Während wir uns stärkten, kamen immer mehr Surfer und Urlauber in das Soda, wir hatten anscheinend alles richtig gemacht mit unserer Wahl. 

Nach dem Frühstück gingen wir dann natürlich an den Strand. Trotz der Wolken war es total warm und wir cremten uns alle fleißig ein, um nicht "typisch-Touri" verbrannt nach Hause zu kommen. Den Tag über lagen wir am Strand, gingen ins wunderbar warme Wasser (die Wellen und die Strömungen waren allerdings wirklich heftig), beobachteten die Surfer und entspannten. Gegen Mittag mussten wir dann aufbrechen, denn die Sonne war trotz Wolkendecke gefährlich stark, in der Ferne begann es zu donnern und unser Bus zurück fuhr schon um 15 Uhr ab. Vor der Rückfahrt kehrten wir nochmal ganz costaricanisch ein und aßen ein casado mit Fisch an der Strandpromenade. Casados sind hier Gerichte bestehend aus Reis, Bohnen, Tortillas, Salat und einer Beilage (Fleisch/Fisch/Hühnchen). 

Wieder angekommen in San José kam es dann zu der ersten Situation in Costa Rica, in der ich mich wirklich unsicher gefühlt habe: Wir kamen gegen 18 Uhr am Terminal Coca Cola an, es herrschte Rush Hour und die Gegend um das Busterminal war voller Leute. Wir wurden von allen Seiten angesprochen, es war eng und man konnte vor lauter Autos die Straße kaum überqueren. Zum Glück fanden wir nach einiger Zeit einen netten Taxifahrer, der uns zu einem angemessenen Preis zu unserer Bushaltestelle fuhr und von dort aus nahmen wir sicher den Bus zurück nach Kuru.

Wetter: drückend und sehr warm.
Ich habe gelernt, dass... die besten Tipps, die der Einheimischen sind.
Stimmung: Vorfreude auf weitere Reisen.


Unsere "Reise"

Erschöpft von der Busfahrt

Frühstück in der soda "Rustico"



Der Weg zum Strand

Warnung vor gefährlichen Strömungen



Sehr warmer, aber bewölkter Strandtag






Die erste Berührung mit "costaricanischem" Meer


Auf dem Weg ins Wasser mit Ruth

Wasserspaß

Mit meiner Mitfreiwilligen Maike


Mittagessen: ein casado mit Fisch

Día de la independencia (15.September)

Die für den Unabhängigkeitstag typischen "desfiles" begannen um 9 Uhr morgens in Guadalupe, einem nahe gelegenen Viertel. Doch da mein Gastbruder erst ganz am Ende des Umzugs lief, starteten wir entspannt in den Tag. Als wir dann gegen 10.30h ankamen, waren die Straßen schon ziemlich voll und nur mit Mühe und Not bekamen wir noch einen guten Platz. Die "desfiles" sind ein Umzug, zu denen jede Schule aus der Umgebung etwas beiträgt. Viele Schulen schickten Tänzer, Fahnenträger oder Spielmannszüge, andere liefen einfach in Trachten mit.

Da wir nah am Endpunkt des Umzugs standen und es gefühlt 35 Grad warm war, waren die Schüler nicht mehr so motiviert, dennoch war es ein schöner Einblick in diese costaricanische Tradition. Nach dem Ende des Umzugs waren auch wir Zuschauer ziemlich müde und gingen in das nahe gelegene Apartment meiner ältesten Gastschwester, weil ihr Mann uns am Vortag versprochen hatte, für uns zu kochen. Das erwies sich dann aber als kleiner Scherz und er "kochte" arroz cantones, indem er in das Chinarestaurant um die Ecke ging und ihn dort kaufte. Dazu machte er dann allerdings noch angebratene, plattgedrückte, salzige Bananen, deren Namen ich leider vergessen habe und frijoles molidos (pürierte schwarze Bohnen). Alles in allem hätte ich erwartet, dass der Unabhängigkeitstag mehr gefeiert werden würde. In Chile wurden die fiestas patrias ziemlich groß geschrieben, hier allerdings ging es eher ruhig zu.

Wetter: strahlender Sonnenschein, abends gewitterte es allerdings heftig.
Ich habe gelernt, dass... man sich auch unter einem Regenschirm einen Sonnenbrand holen kann.
Stimmung: ziemlich kaputt von den desfiles.






Die Fahnenträger

Der Jahrgang meines Gastbruders



Traditioneller Tanz

Warten in der prallen Sonne

Sonntag, 15. September 2013

El Volcán Irazu


Parque Nacional Volcán Irazu

Der Weg zum Krater

La neblina

Einer der zwei Krater



Mit meiner Mitfreiwilligen Helena





Costa Rica!

Ein kleiner Essensdieb



Mit meiner Mitfreiwilligen Maike



Die ersten Arbeitstage

"Salga de ahí!", "No le pegue!" und "Dejen de pelear!" - Die erste Arbeitswoche ist nur so verflogen!
Mein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr morgens und endet um 17 Uhr. Mittags haben wir eine Stunde Mittagspause, in der man wegen der 8 Stunden Zeitverschiebung perfekt mit Deutschland kommunizieren kann. Im Kindergarten gibt es drei Gruppen: einen Kindergarten, mit "zahlenden" Eltern; eine Gruppe mit Kleinkindern (1-6 Jahre alt) und eine Gruppe mit Schulkindern. Zwei von uns Freiwilligen werden mit den Schulkindern arbeiten und eine mit den Kleinkindern. Bis Oktober wechseln wir uns Tag für Tag mit den Gruppen ab, um herauszufinden wer am besten mit welcher Gruppe arbeitet.

Die Hälfte der großen Kindern ist morgens in der Schule, die andere Hälfte nachmittags. Das heißt, man arbeitet meistens mit ca. 15 Kindern. Morgens verbringt man viel Zeit auf dem Spielplatz oder auf dem Fußballplatz. Nach dem Mittagessen malen sie gerne oder spielen in der Sporthalle. Auch wenn die Arbeit mit den Älteren manchmal ziemlich anstrengend ist, macht sie viel Spaß und man kann viel mit ihnen machen.
Die Kleinen füttert man mehrmals am Tag (bzw. leitet das Essen an), wechselt Windeln und geht mit ihnen auf den Spielplatz. Von 12 bis 14 Uhr machen sie Mittagsschlaf. Sie spielen gerne und viel miteinander, deshalb muss man in dieser Gruppe etwas weniger aktiv werden. Ein Junge ist deutlich kleiner als die anderen Kinder, auf ihn muss man immer ein Auge haben, weil die Größeren gerne etwas unbeholfen mit ihm spielen.
Die Arbeitsatmosphäre in der ACJ ist total nett: Unser Chef ist immer für uns da und mit den Erzieherinnen kann man viel lachen. Mittags um 12:30h gibt es immer Mittagessen für alle Volontäre, das Essen ist meistens "typisch costaricanisch" (Reis, Kochbananen, Suppen, Bohnen) und zum Nachtisch gibt es frische Ananas, Melone oder Papaya.

Dieses Wochenende gibt es einige Feierlichkeiten: Heute ist der "Tag der Laternen" und morgen der Unabhängigkeitstag von Costa Rica. In der ACJ haben die Kinder Laternen in den Farben Costa Ricas gebastelt und heute Abend gibt es Laternenumzüge durch die Viertel. Diese Umzüge sollen daran erinnern, wie Menschen kurz nach dem Erlangen der Unabhängigkeit (1821) mit Laternen durch die Viertel gezogen sind und die gute Nachricht verkündeten. Heute um 18 Uhr wurde außerdem im ganzen Land die Nationalhymne gesungen. Und morgen, am Tag der Unabhängigkeit, gibt es in vielen Viertel Prozessionen, die von den Schulen organisiert werden. Mein Gastbruder macht auch bei einer Prozession mit und da gehen wir morgen hin.

Wetter: unverändert, meine Schuhe sind alle klatschnass.
Ich habe gelernt, dass... man auch in Costa Rica friert.
Stimmung: Vorfreude auf den morgigen Unabhängigkeitstag!

Blick aus dem Raum der Schulkinder

Eines von vielen Tierchen mit Regeln

Ein Spiel auf dem Fußballplatz





"Pura Vida!"



Der Kleinste der Kleinkinder

Feier des Kindergartens zum Unabhängigkeitstag

Einmarsch der Flagge


Samstag, 7. September 2013

Los primeros días

Buenos días! 

Heute ist schon mein dritter ganzer Tag in Costa Rica und jetzt komme ich auch mal dazu, meinen ersten Eintrag zu schreiben. Ich hatte ein kleines Problem mit meinem Adapter, aber jetzt habe ich passende Steckdosen gefunden und meinem Blogeintrag steht nichts mehr im Wege.

Am Donnerstagmorgen ging es sehr früh aus Braunschweig los, denn mein Flieger ging schon um 11:20h. Nach den für mich leicht befremdlichen Fragen noch Waffen oder Drogen in meinen Koffern, konnte ich meinen etwas zu schweren Koffer zum Glück ohne Aufpreis aufgeben und meiner Reise stand nichts mehr im Wege. Der erste Flug ging nach New York (Newark) und dauerte circa 9 Stunden, in den USA musste ich ein paar Stunden auf den Anschlussflug nach San José warten. Beim Landeanflug war es leider schon zu dunkel, um irgendetwas von Meer, Bergen oder Vulkanen zu erkennen und ich sah nur die Lichter San Josés. Am Flughafen wurde ich von meinem Chef und zwei costaricanischen FSJlern abgeholt und direkt zu meiner Gastfamilie gebracht. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, einer Tochter (22 Jahre alt) und einem Sohn (17 Jahre alt). Meine Gastmutter hat allerdings insgesamt sechs Kindern, von denen ich ein paar auch schon kennenlernen konnte und sie hat 5 Enkel. Die jüngste Enkelin (3 Jahre) ist tagsüber immer hier bei uns, weil ihre Eltern arbeiten müssen.

Am Freitagmorgen bin ich dann direkt zu meiner Einsatzstelle gegangen (ACJ), einer Kindertagesstätte, die ungefähr 2 Gehminuten von meinem Haus entfernt ist. Als ich mich dem Haus näherte, schauten die Kinder aus dem Fenster, winkten und riefen laut meinen Namen. In der ACJ lernte ich dann auch meine beiden Mitfreiwilligen kennen, die schon seit Anfang der Woche hier sind. Meinen ersten Arbeitstag verbrachte ich dann bei den älteren Kindern (7-12 Jahre alt), von denen immer die Hälfte in der Schule ist und die andere Hälfte betreut wird. Den September über werden wir drei Freiwilligen täglich die Gruppen wechseln und dann wird Ende September entschieden, wer am besten in welche Gruppe passt.
Da am Freitagabend ein WM-Qualifikationsspiel zwischen Costa Rica und den USA anstand, herrschte Ausnahmezustand. Fast jeder wollte die Partie sehen und durch das Viertel schallten laute Rufe, Trommeln und Musik. Wir drei Freiwilligen trafen uns mit den costaricanischen FSJlern und schauten das Spiel zusammen. Costa Rica gewann das Spiel deutlich, was zu Straßenfesten in San José und viel Freude unter allen "Ticos" führte.

Samstagmorgen bot sich mir dann die Gelegenheit mit meiner Mitfreiwilligen und ihrem Gastvater auf die fería zu gehen. Da ich diese Märkte voller Obst und Gemüse schon in Chile toll fand, bin ich natürlich mitgegangen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Es gab Unmengen von fremden Früchten und Gemüsesorten, viele Leute und viel Neues zu entdecken. Wir haben eine Frucht probiert, deren Namen ich schon nicht mehr weiß, die gegrillt wird und schmeckt wie Kürbis und haben das Wasser aus dem Inneren der Kokosnuss probiert. Außerdem habe ich Papaya, Brombeeren, Mangos und Möhren gekauft.
Samstagnachmittag fand dann ein Bingo-Spiel in der ACJ statt. Zu diesem Event kamen ziemlich viele Leute und es wurde fleißig um Preise wie 100.000 colones (ca. 150 Euro), Toaster und Körbe mit Essen gespielt. In den Pausen wurde costaricanisches Essen angeboten. Zwischen den vielen fremden Gerichten konnte man sich kaum entscheiden, letztendlich habe ich dann einen "plátano maduro con queso" probiert, eine Kochbanane mit Käse, die nicht ganz mein Fall war. Als das Bingo weiterging, hatte ich zu meiner Überraschung plötzlich ein Bingo und gewann so einen Topf, in dem man Eintöpfe kocht und Essen warmhalten kann. Über dieses Mitbringsel von der Veranstaltung hat sich vor allem meine Gastmutter sehr gefreut.

Wetter: morgens sonnig, nachmittags sintflutartige Regengüsse
Ich habe gelernt, dass... man morgens durchaus pikant (Reis und Bohnen) essen kann.
Stimmung: froh, endlich hier zu sein!


Blick auf den Atlantik

Flugroute

Blick auf New York

Das typische Frühstück: Gallo pinto

Meine Mitfreiwilligen

Die "ACJ", unser Arbeitsplatz




Colones

La fería

Mit einem Strohhalm trinkt man das Wasser der Kokosnuss.

Meine Einkäufe von der fería.

Plátano maduro con queso

Mein Gewinn ;)