Samstag, 26. Oktober 2013

Die 7. Arbeitswoche

Montag hat es so stark geregnet, dass es bis Dienstagmittag keinen Strom in der ACJ gab und die Reunión der Freiwilligen am Montagabend mit Kerzenlicht beleuchtet werden musste. Diese Treffen finden jeden Montag statt und alle Freiwilligen, die sich in der ACJ engagieren, kommen bzw. sollten kommen. Diese Woche war das Hauptthema das im November anstehende Zeltlager, zu dem auch wir deutschen Freiwilligen fahren. Es findet in Cartago statt und ich freue mich schon auf die gemeinsame Zeit, Lagerfeuer und das Campen.
Am Mittwoch habe ich dann mein erstes Erdbeben hier in Costa Rica gespürt. Ich war an dem Abend bei meiner Mitfreiwilligen und wir haben "Hunger Games" geguckt, da wackelte plötzlich das ganze Haus für ein paar Sekunden - das war wirklich gruselig!

Da viele Kinder diese Woche keine Schule hatten, hatten wir Mittwoch, Donnerstag und Freitag 20 der möglichen 26 Kinder gleichzeitig zu betreuen und das ist wirklich eine schwierige Aufgabe. Morgens waren wir meistens draußen mit ihnen oder sie haben im Klassenraum für die anstehenden Prüfungen gelernt. Nachmittags mussten wir wegen des Regens leider meistens drinnen bleiben und dann wurden sie schnell unruhig, sodass man nach einem Arbeitstag echt geschafft war. 

Weil so viele Kinder da waren, waren Gruppenspiele diese Woche sehr beliebt. Fußballspielen hat ihnen in der großen Gruppe deutlich mehr Spaß gemacht und sie spielen immer noch begeistert Monopoly, allerdings rufen sie mich alle 5 Minuten, um meine "Expertenmeinung" zu einem Spielzug oder einer Regel zu erfahren. Und heute haben wir dann eine besondere merienda (Snack) für sie vorbereitet: Wir haben Papayas, Wassermelonen und Ananas klein geschnitten und teilweise mit Backförmchen Formen ausgestochen und die Obststücke dann auf Schaschlikspieße aufgespießt. Die Kinder waren total begeistert und konnten gar nicht genug von dieser gesunden merienda bekommen. 

Wetter: unverändert.
Ich habe gelernt, dass... man immer schön auf den Boden gucken muss beim Laufen, sonst kann es passieren, dass man in ein Loch alias Gulli fällt.
Stimmung: das verdiente Wochenende kann kommen!

La cancha



Pecas (Sommersprossen), die ACJ-Hündin





Monopoly

El muro de los recuerdos

Unser Plakat zu einem Flaggenquiz



Montag, 21. Oktober 2013

Backaktion und Geburtstag in Miramar

Am Samstagnachmittag stand unsere lange geplante Backaktion an, denn wir drei deutschen Freiwilligen hatten alle Lust, mal was "Deutsches" zu backen. Gebacken haben wir dann einen Möhren-Kokos-Kuchen und Kekse, die nur aus Haferflocken, Banane und Schokoladenstücken bestanden. Die Kekse hatte ich im Internet entdeckt und wir waren neugierig, wie die wohl schmecken. Das Ergebnis war überraschend lecker!
Die fertigen Backwaren haben wir dann bei Kaffee und Scrabble mit der Gastmutter und der Gastschwester von Maike verputzt. Scrabble auf Spanisch, das war eine Herausforderung! Aber die beiden haben zum Glück mit ziemlich lockeren Regeln gespielt und man durfte praktisch alles machen.

Abends stand dann bei Maike ein Ladies-Film-Abend an, wir haben "Die Croods" (Film für Kinder, aber wir hatten Spaß!) geguckt und viel gelacht. Danach gab es noch "Granizados", eine ziemlich befremdliche Nachspeise, die man in Deutschland so nie machen würde. "Granizados" bestehen aus crushed ice, Kondensmilch, Milchpulver und Sirup. Das wird alles zusammen in einen Becher getan und den überraschend leckeren Inhalt löffelt man dann.

Sonntagmorgen hieß es mal wieder früh aufstehen, denn mein Gastgroßvater feierte seinen 99. Geburtstag in Miramar, einem Ort am Pazifik. Meine größere Gastschwester und ihr Mann wollten uns eigentlich um 6 Uhr abholen, kamen dann aber ganz nach dem Motto pura vida erst um 8 Uhr. Das Aufstehen um 4.30h hätten wir uns sparen können. ;)
Nach einer etwas holprigen zweistündigen Autofahrt kamen wir dann in Miramar an und es war wie versprochen unglaublich warm. Angekommen an dem Ort der Feier, war ich beeindruckt, wie groß eine Familie sein kann. Denn mein Gastgroßvater hat 14 Kinder und jedes dieser Kinder hat mindestens drei Kinder, die teilweise selber schon wieder Kinder haben - da kommen dann einige Leute zusamen. Zu der Geburstagsfeier kamen nicht alle Familienmitglieder, es waren "nur" 150 Gäste da.
Dominiert wurde das Programm natürlich vom Essen: Es begann mit einem Frühstück, dann wurden Geschenke überreicht und Gedichte vorgelesen, darauf folgte das Mittagessen und der riesige Geburtstagskuchen. 

Wetter: warm, warm, warm.
Ich habe gelernt, dass... man auch mit 99 Jahren noch total fit sein kann.
Stimmung: Vorfreude auf November.


Kekse-Experiment

Möhrenkuchen

Granizado/Copo

Tischdeko zum Mitnehmen

Die Überraschung: eine Band

Das Geburtstagskind beim Tanzen

Die Piñata


La vida diaria

Da bei mir zuhause in letzter Zeit selten das Internet ging, komme ich erst jetzt dazu, wieder etwas zu schreiben. Allerdings ist seit dem letzten Post auch nicht so viel Spektakuläres (Reisen oder Ähnliches) passiert.
Bei der Arbeit läuft es immer besser: Die Kinder haben sich an mich gewöhnt, man weiß eher, wie man jeden Einzelnen "anpacken" muss und weiß auch, was ihnen gefällt und was nicht. Letzten Freitag haben wir mit einer Kochaktion einen Volltreffer gelandet: Wir haben Bananenpfannkuchen gemacht und die Kinder konnten gar nicht genug davon bekommen. Zum Glück haben wir ein Kilo Mehl genommen und hatten so ziemlich viele Pfannkuchen, sodass die Kinder jeder zwei Pfannkuchen bekamen und es auch noch für die Kaffeepause des Personals reichte. Und während sie Bananenpfannkuchen aßen, haben sie dann mehr oder weniger friedlich das WM-Qualifikationsspiel gegen Honduras geguckt.
In letzter Zeit sind die Kinder außerdem zu großen Monopoly-Fans geworden, nachmittags spielen wir oft stundenlang. Und dabei lernen sie nicht nur zu dealen wie die Meister, sondern müssen auch noch Rechnen üben.
Am Wochenende machen wir viel mit den costa-ricanischen Freiwilligen, die sich während des Studiums hier in der ACJ engagieren. Wir gehen Sushi essen, feiern, treffen uns zum Fußballgucken oder zum Filmeabend und verbringen viel Zeit zusammen in der ACJ.

Wetter: morgens Sonnenbrandgefahr und nachmittags ist ein Regenschirm fast immer unverzichtbar.
Ich habe gelernt, dass... die Costa Ricaner den Mexikanern die WM-Qualifikation überhaupt nicht gönnen.


Verschönerung der Wand



Der "play"