Dienstag, 6. Mai 2014

Langes Wochenende in Nicaragua

Nicaragua, eines der zwei Nachbarländer Costa Ricas, stand auf meiner Zu-Bereisen-Liste ganz oben. Da sich diese Reise für ein Wochenende aber kaum lohnt, kam mir der 1.Mai, der auch in Costa Rica ein Feiertag ist, sehr entgegen. Da ich mir den Freitag freinehmen konnte, blieben 4 Tage, um Nicaragua, das Land der "Nicas" kennenzulernen. Mit mir gereist ist Christina, eine Freiwillige aus Mexiko, die ich schon aus Deutschland kannte und auf meinem Zwischenseminar in Mexiko auf lustige Weise zufällig wiedertraf.
Christina kam Mittwochmittag an, nachmittags zeigte ich ihr noch die ACJ, abends gingen wir zusammen zum Bauchtanz und aßen danach eine leckere Pupusa (wie eine große Empanada, gefüllt mit Käse, Fleisch und Bohnen), die meine Gastmutter in ihrem Imbiss verkauft.
Um möglichst viel Zeit in Nicaragua zu haben, nahmen wir den frühesten Bus, den wir finden konnten. Wir machten uns also um 2:30Uhr auf den Weg nach San José, denn unser Bus fuhr um 4:00Uhr ab. Nach Ausfüllen vieler Papiere zur Ein- bzw. Ausreise ging die Reise Richtung Norden los. Der Bus war voll mit Leuten, die ihre Familie über die Feiertage besuchten und natürlich mit Touristen. Nach ungefähr 6 Stunden kamen wir an die Grenze zu Nicaragua. Dort bekamen wir einen Stempel und mussten mit den Koffern durch die Zollkontrolle, die auf Holztischen im Freien, bei lauter Musik und enormer Hitze stattfand. 

Nach zwei weiteren Stunden kamen wir schon in Granada an, wo wir einen Tag verbringen würden und dann auf die Insel Ometepe übersetzen würden. Granada beeindruckte mich von Anfang an, die Stadt hat einfach Charme: Es gibt Fußgängerzonen, der Nicaragua-See ist ganz nah, die alten Kolonialbauten sind bunt und gut erhalten, es gibt relativ viele Grünflächen und am Straßenrand stehen statt Taxen Pferdekutschen.
Nachdem wir ein Hostel gefunden hatten, erkundeten wir Granada, aßen einen Quesillo auf der Plaza Central und genossen, dass wir endlich angekommen waren. Abends gingen wir auf der "Promenade" Mojitos trinken und aßen danach ein hoffentlich typisches Gericht.


Quesillo                       


Am Freitag brachen wir morgens früh Richtung Rivas auf. Rivas liegt südlich von Granada am Nicaragua-See und von dort fuhr die Fähre zur Isla Ometepe. Die Busfahrt nach Rivas war eine wirkliche Erfahrung: Der Bus war ein alter Schulbus aus Amerika, mit uns reiste eine Hahn, der die ganze Zeit krähte und auf dem Weg stiegen stetig Leute ein, sodass sich der Bus ziemlich füllte.


Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir in Rivas an, fuhren mit dem Taxi zum Hafen und stiegen auf die Fähre zur Insel. Der See sieht nicht nur aus wie ein Meer, er hat leider auch ziemlichen Wellengang und mir wurde natürlich prompt schlecht beim Übersetzen. Die Fahrt dauerte zum Glück nur eine Stunde und auf Deck bei Fahrtwind ließ es sich aus Aushalten. Umso näher wir der Insel kamen, desto größer wurden die zwei Vulkane, die es auf Ometepe gibt. Angekommen auf der Insel fanden wir schnell ein Hostel, in dem wir uns für 5 Dollar die Nacht eine Hängematte mieteten. Die Hängematten waren zum Glück groß und hingen frei auf der Dachterrasse, sodass dort nachts ein Windchen wehte.


Nachdem wir uns in einem kleinen Restaurant gestärkt hatten, brachen wir zu einem dreistündigen Ausritt, zu dem wir uns spontan entschieden hatten, auf. Begleitet wurden wir von einem lokalen Guide, der uns sicher zur Punta Jesús Maria führte. Diese Landzunge und auch der Weg dorthin waren einfach nur schön. Man hatte die ganze Zeit einen wunderbaren Ausblick auf den Vulkan Concepción und ritt entspannt am Strand entlang. Nach den drei Stunden auf den Pferden war ich für meinen Teil ziemlich kaputt und war froh, als ich aus dem harten Sattel steigen konnte, aber gelohnt hat es sich total! Abends gingen wir noch Pizza essen und ruhten uns danach in unser Hängematten von der ungewohnten Anstrengung aus.







Am Samstagmorgen hatten wir uns vorgenommen, "typisch nicaraguanisch" zu frühstücken. Dafür gingen wir in unser "Stammcafé" (dort gab es einfach die besten Shakes) und bestellten Gallo pinto, Ei, Käse und frittierte Kochbananen. Dass das costa-ricanische Frühstück fast eins zu eins gleich aussieht, sorgt zwischen den "ticos" und den "nicas" immer wieder für Streit darüber, wer es erfunden hat. Uns schmeckte das Frühstück auf jeden Fall mindestens genauso gut wie in Costa Rica und wir gingen gut gestärkt in den Tag. 


Um die Insel weiter erkunden zu können, liehen wir uns Fahrräder aus. Im Nachhinein hätten wir uns wohl doch für das Mofa entscheiden sollen, denn der Tag war sehr warm, die Sonne schien gnadenlos und die Straße war recht steil. Trotzdem konnten wir so die Insel besser kennenlernen: Wir besuchten eine Lagune, einen Strand und sahen in einem Mangobaum Unmengen Brüllaffen sitzen, die uns mit ihrem seltsamen Brüllaffen einen ziemlichen Schrecken einjagten.

Am Sonntag mussten wir der Insel leider schon wieder den Rücken zukehren. Wir wären gerne noch länger geblieben, um den Vulkan Concepción zu besteigen und alles besser kennenzulernen.
Um 9 Uhr nahmen wir die Fähre nach Rivas und saßen um 12:00Uhr bereits im Bus nach Costa Rica.
Nicaragua war die Reise definitiv wert und eines Tages komme ich bestimmt wieder!

Plaza in Rivas                                         Letztes nicaraguanisches Essen an der Grenze

Dienstag, 1. April 2014

Dominical

Am Freitag brachen wir nach einigen Wochenenden ohne Reisen (eine Babyshower und eine Wanderung auf den Vulkan Poás kamen uns dazwischen) wieder auf, um Costa Rica weiter zu entdecken. Unser Ziel war dieses Mal Dominical, ein Surferort an der Pazifikküste. Nach einer sehr rasanten Busfahrt, die dank eines Busfahrers, der immer 60 km/h über dem Tempolimit fuhr, nur 3 Stunden dauerte, kamen wir im unglaublich heißen Dominical an. Auf der Suche nach unserem Hostel wurde uns mit den Rucksäcken auf dem Rücken ganz schön warm. Angekommen am Hostel Cool Vibes, das uns für 10 Dollar die Nacht beherbergte, guckten wir uns unsere Bleibe schnell an, warfen unsere Sachen in den Dorm und gingen zum Strand, wo gerade die Sonne unterging. Die Sonne geht hier ziemlich früh (gegen 18 Uhr) und ziemlich schnell unter!
Am Abend entspannten wir einfach in unserem Hostel, legten die Füße hoch und ruhten uns in den Hängematten aus. Das ganze Hostel war voll mit Surfern und alternativen Backpackern, sodass man viel zu reden und auszutauschen hatte.
Am Samstag nahmen wir uns dann einen unserer Vorsätze für Costa Rica vor: Surfen. Wir fanden schnell einen Surflehrer und brachen mit ihm und zwei anderen Schülerinnen zum Strand auf. Nach einer kurzen Einführung ging es schon ins Wasser. Überraschend schnell (beim zweiten Versuch) klappte das Wellenreiten auch schon und wir hatten großen Spaß! Die drei Stunden Unterricht vergangen wie im Flug. Surfen machen wir bestimmt nochmal!
Den Nachmittag verbrachten wir im Schatten am Strand und kühlten uns ab und zu im leider etwas zu warmen Pazifik ab.
Sonntagmorgen genossen wir ein traumhaftes Obst-Frühstück: Papaya, Ananas und Mangos, die wir auf der Straße sammelten, weil die Bäume alle so voll sind, dass die Mangos schon runterfallen.
Die Rückfahrt dauerte dann leider die normalen 6 Stunden und wir kamen erschöpft, aber sehr glücklich über dieses schöne Land in San José an!


Abendessen auf einem Surfbrett

Blick aus dem Hostel



Sonnenuntergang in Dominical


Die Hostel-Küche



In der Hitze machten wir Milchreis!


Perfektes Frühstück: Mango, Papaya und Ananas

Donnerstag, 6. März 2014

Playas del Coco

Am Wochenende haben wir uns aufgemacht nach Guanacaste, in den Nordwesten von Costa Rica. Für uns war es das erste Mal in der Region Guanacaste und wir waren sehr gespannt, denn von "Guana" schwärmen einfach alle Ticos!

Als wir in San José in den Bus stiegen, fing es doch wirklich an zu regnen. Geregnet hatte es seit vielen Wochen nicht mehr! Wir waren also sehr froh, dass wir uns auf den Weg in die Sonne machten. Nach sieben Stunden Busfahrt kamen wir dann endlich an unserem Reiseziel an: Playas del Coco, berühmt für Schnorcheln und schöne Strände. Nach einer kurzen Suche fanden wir unser Hotel, das uns sehr positiv überraschte: Es lag direkt am Strand, wir zahlten für die zwei Nächte jeder nur knapp 30 Euro und Hängematten auf dem Balkon begrüßten uns! Wir genossen die warme Abendluft auf dem Balkon, gingen dann in eine Bar und badeten danach noch im recht frischen Meer. Das Wasser war voller Leuchtplankton, das bei jeder Bewegung glitzerte - magisch!

Am nächsten Tag fuhren wir an den Strand Ocotal, um zu schnorcheln. Leider war das Wasser recht trüb und einer der ausgeliehenen Schnorchel funktionierte nicht, aber ich habe immerhin einen riesigen Kugelfisch gesehen, der mich sehr an "Findet Nemo" erinnert hat. Der Strandtag war wunderbar: Sonne, Strand, Meer und einfach mal wieder ausspannen. Wir hatten anscheinend Glück oder auch Unglück, denn der Samstag war mit 37 Grad der bisher heißeste Tag dieses Sommers! Abends sind wir italienisch essen gegangen, weil wir alle das italienische Essen ziemlich vermisst haben. Wir fanden einen total schönen Italiener ("La dolce vita") in einem kleinen Innenhof und erfreuten uns dort an Bruschetta, Pizza und Pasta - sehr schön!
An unserem leider letzten Morgen in Playas del Coco verabschiedeten wir uns noch vom Meer und gingen frühstücken, unser Bus nach San José fuhr leider schon um 14 Uhr ab und die Kurzferien waren viel zu schnell vorbei.


Erster entspannter Abend auf dem Balkon

Hängestühle und Mango-Cocktails

Unser Hotel


Playa Ocotal

Entspannung pur!



Playas del Coco

Ein guter Cappuccino -  endlich mal wieder!

Waffeln im Café Java

Samstag, 18. Januar 2014

Seminar in Mexiko City

Seit Montag bin ich nun auf meinem Zwischenseminar in Mexiko City. Das Zwischenseminar gehört zum Weltwärts-Programm und dient vor allem dem Austausch von Erfahrungen und der Reflexion der vergangenen Monate. Unser Seminarteam besteht aus 11 Teilnehmern aus Mexiko, Nicaragua, Costa Rica und Kolumbien und unserer Seminarleiterin, die in Mexiko lebt. Bisher haben wir einfach viel über unsere Erfahrungen, die verschiedenen Projekte und unsere Probleme geredet, was wirklich interessant und hilfreich war. 
Gestern haben wir dann einen Ausflug gemacht, um auch ein bisschen dieser riesigen Stadt kennenzulernen. Mit verschiedensten Verkehrsmitteln ging es zuerst zu den Pyramiden Tenotihuacán, die vor/in Mexiko City liegen. Das letzte Stück des Weges legten wir in einem kleinen Bus zurück, der nach einer Weile Fahrt plötzlich mitten auf der Autobahn anhielt. Der Busfahrer stieg aus, ging zu einem am Rand der Fahrbahn stehenden Polizeiauto und fing an mit den Polizisten zu reden. Wir wussten alle nicht, was los war und waren etwas verwirrt. Nach einer Weile kam er dann zurück und sagte, wir müssten den Polizisten jetzt ein bisschen Geld geben, damit sie uns durchfahren lassen (anscheinend durfte der Bus das Stadtgebiet nicht verlassen). Dank 150 Pesos (ca. 10 Euro), die wir den Polizisten dann zahlten, durften wir ungestört unseren Weg fortsetzen...
Angekommen bei den Pyramiden hatten wir Glück und es schien die Sonne, was in den vorherigen Tagen nicht immer der Fall war und vielen von uns deshalb permanent schrecklich kalt war (Decken aus dem Flugzeug retteten uns!). Die vielen Treppenstufen, die auf die Pyramiden führten, entpuppten sich wegen dünner Luft (Mexiko City liegt auf 2.400 Metern) und der Hitze als kleine Tortur, aber der Ausblick von oben war einfach unglaublich. Wir durchliefen das große Gelände mit den verschiedensten Pyramiden den gesamten Vormittag, kauften an ein paar Ständen Mitbringsel und fuhren dann zurück ins Zentrum.
Dort schauten wir uns nach einer Stärkung in einem mexikanischen Restaurant noch einen Wrestling-Kampf an (auf Spanisch: "lucha libre"). Auf diese Idee hatte uns unsere Teamerin gebracht, die selber lucha libre macht! Der Abend war total lustig und wir fieberten mit den Kämpfern mit und genossen die Atmosphäre in der Arena México (http://www.arenamexico.com.mx).

Auf der Fahrt zu den Pyramiden


Die große Pyramide im Hintergrund

Pause nach den vielen Treppenstufen

Sonne und Wärme muss genossen werden!

Kraft tanken!

Blick von der großen Pyramide




Tacos mit Gemüse

Lucha libre in der Arena México

Mittwoch, 15. Januar 2014

Silvester und Reise in den Süden

Buenas tardes! 
Hier kommen jetzt nochmal einige Fotos aus den drei Wochen in Chile. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen, das Wiedersehen mit Familien und Freunden war total schön und es hat sich erstaunlich wenig verändert in den immerhin fast drei Jahren verändert. In unserer letzten Woche in Chile waren wir mit meiner Gastfamilie, meiner Councellerin und ihrer Tochter im Süden Chiles und haben uns da ganz viel angeschaut und Ferien von den Ferien gemacht.
Am Sonntag ging es für mich dann weiter nach Mexiko City, wo ich jetzt für eine Woche mit zehn anderen Weltwärts-Freiwilligen mein Zwischenseminar habe!

Willkommens-Party

Valparaíso

Mit meiner Nachbarin Isa

Silvester

Silvester

Silvester

Meine Ex-Councellerin Sofia

Frutillar

Der Vulkan Osorno

Frutillar

Schwarzwälder Kirschtorte im Süden Chiles

Saltos del Petrohue