Nicaragua, eines der zwei Nachbarländer Costa Ricas, stand auf meiner Zu-Bereisen-Liste ganz oben. Da sich diese Reise für ein Wochenende aber kaum lohnt, kam mir der 1.Mai, der auch in Costa Rica ein Feiertag ist, sehr entgegen. Da ich mir den Freitag freinehmen konnte, blieben 4 Tage, um Nicaragua, das Land der "Nicas" kennenzulernen. Mit mir gereist ist Christina, eine Freiwillige aus Mexiko, die ich schon aus Deutschland kannte und auf meinem Zwischenseminar in Mexiko auf lustige Weise zufällig wiedertraf.
Christina kam Mittwochmittag an, nachmittags zeigte ich ihr noch die ACJ, abends gingen wir zusammen zum Bauchtanz und aßen danach eine leckere Pupusa (wie eine große Empanada, gefüllt mit Käse, Fleisch und Bohnen), die meine Gastmutter in ihrem Imbiss verkauft.
Um möglichst viel Zeit in Nicaragua zu haben, nahmen wir den frühesten Bus, den wir finden konnten. Wir machten uns also um 2:30Uhr auf den Weg nach San José, denn unser Bus fuhr um 4:00Uhr ab. Nach Ausfüllen vieler Papiere zur Ein- bzw. Ausreise ging die Reise Richtung Norden los. Der Bus war voll mit Leuten, die ihre Familie über die Feiertage besuchten und natürlich mit Touristen. Nach ungefähr 6 Stunden kamen wir an die Grenze zu Nicaragua. Dort bekamen wir einen Stempel und mussten mit den Koffern durch die Zollkontrolle, die auf Holztischen im Freien, bei lauter Musik und enormer Hitze stattfand.
Nach zwei weiteren Stunden kamen wir schon in Granada an, wo wir einen Tag verbringen würden und dann auf die Insel Ometepe übersetzen würden. Granada beeindruckte mich von Anfang an, die Stadt hat einfach Charme: Es gibt Fußgängerzonen, der Nicaragua-See ist ganz nah, die alten Kolonialbauten sind bunt und gut erhalten, es gibt relativ viele Grünflächen und am Straßenrand stehen statt Taxen Pferdekutschen.
Nachdem wir ein Hostel gefunden hatten, erkundeten wir Granada, aßen einen Quesillo auf der Plaza Central und genossen, dass wir endlich angekommen waren. Abends gingen wir auf der "Promenade" Mojitos trinken und aßen danach ein hoffentlich typisches Gericht.
Quesillo
Am Freitag brachen wir morgens früh Richtung Rivas auf. Rivas liegt südlich von Granada am Nicaragua-See und von dort fuhr die Fähre zur Isla Ometepe. Die Busfahrt nach Rivas war eine wirkliche Erfahrung: Der Bus war ein alter Schulbus aus Amerika, mit uns reiste eine Hahn, der die ganze Zeit krähte und auf dem Weg stiegen stetig Leute ein, sodass sich der Bus ziemlich füllte.
Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir in Rivas an, fuhren mit dem Taxi zum Hafen und stiegen auf die Fähre zur Insel. Der See sieht nicht nur aus wie ein Meer, er hat leider auch ziemlichen Wellengang und mir wurde natürlich prompt schlecht beim Übersetzen. Die Fahrt dauerte zum Glück nur eine Stunde und auf Deck bei Fahrtwind ließ es sich aus Aushalten. Umso näher wir der Insel kamen, desto größer wurden die zwei Vulkane, die es auf Ometepe gibt. Angekommen auf der Insel fanden wir schnell ein Hostel, in dem wir uns für 5 Dollar die Nacht eine Hängematte mieteten. Die Hängematten waren zum Glück groß und hingen frei auf der Dachterrasse, sodass dort nachts ein Windchen wehte.
Nachdem wir uns in einem kleinen Restaurant gestärkt hatten, brachen wir zu einem dreistündigen Ausritt, zu dem wir uns spontan entschieden hatten, auf. Begleitet wurden wir von einem lokalen Guide, der uns sicher zur Punta Jesús Maria führte. Diese Landzunge und auch der Weg dorthin waren einfach nur schön. Man hatte die ganze Zeit einen wunderbaren Ausblick auf den Vulkan Concepción und ritt entspannt am Strand entlang. Nach den drei Stunden auf den Pferden war ich für meinen Teil ziemlich kaputt und war froh, als ich aus dem harten Sattel steigen konnte, aber gelohnt hat es sich total! Abends gingen wir noch Pizza essen und ruhten uns danach in unser Hängematten von der ungewohnten Anstrengung aus.
Am Samstagmorgen hatten wir uns vorgenommen, "typisch nicaraguanisch" zu frühstücken. Dafür gingen wir in unser "Stammcafé" (dort gab es einfach die besten Shakes) und bestellten Gallo pinto, Ei, Käse und frittierte Kochbananen. Dass das costa-ricanische Frühstück fast eins zu eins gleich aussieht, sorgt zwischen den "ticos" und den "nicas" immer wieder für Streit darüber, wer es erfunden hat. Uns schmeckte das Frühstück auf jeden Fall mindestens genauso gut wie in Costa Rica und wir gingen gut gestärkt in den Tag.
Um die Insel weiter erkunden zu können, liehen wir uns Fahrräder aus. Im Nachhinein hätten wir uns wohl doch für das Mofa entscheiden sollen, denn der Tag war sehr warm, die Sonne schien gnadenlos und die Straße war recht steil. Trotzdem konnten wir so die Insel besser kennenlernen: Wir besuchten eine Lagune, einen Strand und sahen in einem Mangobaum Unmengen Brüllaffen sitzen, die uns mit ihrem seltsamen Brüllaffen einen ziemlichen Schrecken einjagten.
Am Sonntag mussten wir der Insel leider schon wieder den Rücken zukehren. Wir wären gerne noch länger geblieben, um den Vulkan Concepción zu besteigen und alles besser kennenzulernen.
Um 9 Uhr nahmen wir die Fähre nach Rivas und saßen um 12:00Uhr bereits im Bus nach Costa Rica.
Nicaragua war die Reise definitiv wert und eines Tages komme ich bestimmt wieder!
Plaza in Rivas Letztes nicaraguanisches Essen an der Grenze

.jpeg)
.jpeg)






















